Das Programm "Erfahrungswissen für Initiativen"

Zur Entstehungsgeschichte

1.Phase: "Erfahrungswissen für Initiativen" als Bundesprogramm 2002-2006

Das Modellprogramm „Erfahrungswissen für Initiativen“ (EFI) wurde 2002 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert und in einem Zeitraum von fünf Jahren in Kooperation mit zehn Bundesländern realisiert.
In 35 Kommunen waren Agenturen für bürgerschaftliches Engagement (sogenannte EFI-Anlaufstellen) bundesweit für die Gewinnung und die Begleitung so genannter seniorTrainerinnen und seniorTrainer verantwortlich. Diese EFI-Anlaufstellen unterstützen die lokale Öffentlichkeitsarbeit und beraten die Aktiven bei der Ausübung ihres Engagements und ihrer Projekte.
SeniorTrainerInnen sind Frauen und Männer im nachberuflichen Leben, die ihr Erfahrungs- und Fachwissen in die Entwicklung von Projekten einbringen. 

Mit der Qualifizierung der ausgewählten seniorTrainerinnen und seniorTrainer wurden zu Beginn des Projektes zwölf überregionale Bildungsträger beauftragt.
Ein Projektverbund hat das Modellprogramm koordiniert und begleitet, ein wissenschaftlicher Beirat mit verschiedenen Fachkompetenzen begleitete die inhaltliche Umsetzung. Die Projektkoordination und die Beratung der Agenturen hatte das Institut für sozialwissenschaftliche Analysen und Beratung (ISAB) übernommen, die Fachhochschule Neubrandenburg war für die Fortschreibung des Rahmencurriculums verantwortlich. Auf diesem Rahmencurriculum, das von Detlef Knopf entwickelt und von Joachim Burmeister, Anne Heller und Ilona Stehr fortgeschrieben wurde, basiert die Qualifizierung der seniorTrainerinnen und seniorTrainer.

2. Phase: Das EFI Programm in Nordrhein-Westfalen 2006-Juni 2009

Nach Beendigung des Pilotprogramms setzte das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI) in NRW von 2006-Juni 2009 das EFI Programm fort.
In dieser zweiten Phase wurde der Modelltransfer und die Vernetzung der seniorTrainerinnen und seniorTrainer in NRW unterstützt. Beteiligt waren die Städte Arnsberg, Bielefeld, Detmold, Düren, Düsseldorf, Hagen, Herford, Hilden, Köln, Minden, Mülheim, Paderborn, Radevormwald, Schwerte und Wiehl.
Das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Nordrhein ist auch im Landesprogramm als Bildungsträger ausgewählt worden. In Kooperation mit der ZWAR Zentralstelle NRW hat es viele Elemente seiner innovativen Fortbildungskonzepte in das EFI-Qualifizierungsprogramm einfließen lassen.
In enger Kooperation mit den EFI-Anlaufstellen wurden etwa 300 Menschen im nachberuflichen Leben im Rahmen des Fortbildungsprogramms auf ihre Tätigkeiten als seniorTrainerinnen und seniorTrainer im EFI-Programm vorbereitet.
Diese Tätigkeiten können sein:

  • Beratung von Initiativen
  • Entwicklung, Planung und Realisierung von Projekten
  • Vermittlung von Wissen, Unterstützung von Modelltransfer 
  • Vernetzung von Aktivitäten und Initiativen im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements. 

Die Teilnehmenden sollen befähigt werden

  • eine eigene Verantwortungsrolle im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements zu entwickeln bzw. zu finden 
  • die gesellschaftliche Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements von Menschen im nachberuflichen Leben zu vermitteln
  • Ressourcen eines Gemeinwesens wahrzunehmen und für Projekte des bürgerschaftlichen Engagements zu nutzen
  • Strukturen für Kooperationen und vernetzende Arbeit in einem Gemeinwesen zu schaffen
  • Mitstreiterinnen und Mitstreiter für Projekte im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements zu gewinnen 
  • Gruppenprozesse zu initiieren und zu begleiten sowie Methoden konstruktiver Konfliktlösung anzuwenden 
  • eigene Projekte zu entwickeln, umzusetzen und zu präsentieren bzw. Projekte anderer zu beraten und zu begleiten 
  • „Spielregeln“ für Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising und Sponsoring zu beachten 
  • Methoden kollegialer Beratung anzuwenden. 

Auf Wunsch der Teilnehmenden wurden in 2006 zudem sogenannte „Lernplattformen“ als eintägige Veranstaltungen eingerichtet, die den Aktiven Gelegenheit geben, sich auszutauschen, an gemeinsamen Fragestellungen interdisziplinär (weiter) zu arbeiten und sich ressourcenorientiert NRW weit zu vernetzen.
Die Themen der Lernplattformen:

  • „Kooperation und Vernetzung“ 
  • „Kultur und Keywork“ 
  • „Wohnen und Generationen“ 
  • „Gesundheit“.

3. Phase: Das EFI Programm in Nordrhein-Westfalen 2009-Juni 2012

Aufgrund der ausgesprochen guten Resonanz auf das EFI-Projekt soll in einem Zeitraum von weiteren drei Jahren das EFI-Programm verstetigt werden. 
In den Qualifizierungen vorgeschalteten trägerübergreifenden Beratungsprozessen werden zunächst die neu ins EFI Programm aufgenommenen Kommunen Bergheim, Essen, Greven, Menden, Mettmann, Moers und Wuppertal von den Mitarbeiterinnen von EEB und ZWAR auf ihre Aufgabe vorbereitet, um eine engagementfreundliche Basis für die seniorTrainerinnen und seniorTrainer vor Ort zu schaffen. Denn die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Kompetenzen und das Engagement der seniorTrainerinnen und seniorTrainer nur dort zur vollen Entfaltung kommen können wo sie auf Offenheit in der Kommune, in Wohlfahrtsverbänden und in selbst organisierten Initiativen stoßen.

Zur Sicherung der Nachhaltigkeit auch über den Projektzeitraum hinaus werden nun auch örtlich anerkannte Bildungsträger in allen beteiligten Kommunen einbezogen. Sie werden durch die Mitarbeiterinnen des Ev. Erwachsenenbildungswerkes und der ZWAR Zentralstelle NRW in das Konzept und die Methoden der Qualifizierung eingeführt werden.