Der Schatz am Wörtersee

Dümptener Seniorenclub sammelt alt (-ehrwürdig)e Wörter, die drohen, in Vergessenheit zu geraten.

Dass Sprache lebt, ist keine neue Erkenntnis. Trotzdem soll es hier erwähnt sein und anhand zweier Beispiele kurz erläutert werden, wenngleich es ein wenig vom eigentlichen Thema abweicht. Schrieb man früher Broth anstatt Brot, fügen viele Menschen heute bei Essenausgabe ein  's' ein und sagen somit Essensausgabe. Solche Erweiterungen (Fugen-s) werden manchmal gemacht, um den Sprachfluss zu gewährleisten. Hierfür gibt es jedoch bestimmte Regeln, die bei Essenausgabe jedoch nicht zutreffen. 


Der Wörtersee. Ein Schreibfehler? Mitnichten! Wörtersee ist eine Wortschöpfung, mit der eine Initiative von  Karin Medenblik-Bruck 
benannt ist. Sie hatte die Idee, bestimmte Wörter zu sammeln – bzw. sammeln zu lassen – Wörter, die früher im normalen Sprachgebrauch 
verwendet wurden. Manche der bisher zusammengetragenen circa 2000 Begriffe finden wir zwar noch heute, jedoch werden sie vorwiegend von Menschen der älteren Generationen benutzt und drohen in Vergessenheit zu geraten. Genau um solche Wörter handelt es sich bei der Sammlung, deren Endumfang unabsehbar ist.

Hinweisend Folgendes: Etliche Wörter sind regional verwendete Begriffe, also nicht in allen Bundesländern üblich. Trotzdem wurden und werden sie weiterhin erfasst, um sie – so das Wunschziel  – vielleicht wieder öfter anzuwenden, ja, deren Verwendung sogar auszuweiten. Gerade wegen der sich mehr und mehr ausbreitenden 'Verenglischung' (z. B. Call me anstatt Ruf mich an) der deutschen Sprache, wäre dies als Erfolg zu werten.

Weder soll die Sammlung ein Lexikon darstellen, noch über Herkunft oder die Entstehung der Wörter aufklären. Der Sinn liegt darin, jungen Generationen mit kurzen, aber prägnanten Worten die Bedeutung zu verdeutlichen. Aber selbst für die Sammler, d. h. Menschen im Seniorenalter, sollten die ihnen unbekannten Begriffe eine Bereicherung ihres Sprachschatzes darstellen.